BETTFÄHIG. Kosten. Kräfte. Kapazität.
Wie Krankenhäuser ihre Betten belegbar halten, wenn das Pflegebudget gedeckelt ist.
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz trägt Ihr Haus ab 2027 das Kostenrisiko im Pflegedienst selbst. Gleichzeitig entscheiden Besetzung und Pflegepersonaluntergrenzen darüber, wie viele Betten Sie überhaupt belegen können. BETTFÄHIG setzt dort an, wo Ihre Analysen enden: bei der Umsetzung.
Gemeinsam mit Ihren Pflegeteams machen wir Fehlabläufe sichtbar, holen liegen gebliebene Ideen in die Praxis und übersetzen beides in Maßnahmen mit Verantwortlichen und Terminen. Benchmarks, Kennzahlenvergleiche und Gutachten liegen in den meisten Häusern längst vor. Was fehlt, ist selten die Erkenntnis – es ist die Umsetzung.
Drei Ziele gleichzeitig: wirtschaftliche Pflegepersonalkosten, gute Arbeitsbedingungen und belegbare Betten. Keines davon lässt sich auf Kosten der anderen sichern.
Was die heutige Lage kostet, lässt sich beziffern. Fluktuation, Bettensperrungen und Abschläge nach der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung kennt jedes Haus einzeln – die Summe kaum eines. Der BETTFÄHIG-Faktor macht sie sichtbar.
Was sich ab 2027 ändert
Das Pflegebudget bleibt bestehen, aber seine Logik kehrt sich um. Bisher wurden die tatsächlichen Pflegepersonalkosten ausgeglichen. Künftig trägt das Haus die Abweichung selbst – und zwar nur in eine Richtung.
- Das Pflegebudget wird an das Vorjahresbudget gebunden und in seinem Wachstum gedeckelt.
- Mehrkosten werden nicht mehr ausgeglichen. Minderkosten senken weiterhin das Budget des Folgejahres.
- Tarifsteigerungen oberhalb des Veränderungswerts werden nur noch anteilig refinanziert.
- Die Mittel für pflegeentlastende Maßnahmen laufen stufenweise bis 2029 vollständig aus.
- Budgetfähig sind nur noch Tätigkeiten der unmittelbaren Patientenversorgung auf bettenführenden Stationen und in Kreißsälen. Hauswirtschaftliche, logistische, administrative und technische Tätigkeiten zählen nicht mehr dazu.
- Vergütungsanteile von Leiharbeit oberhalb des eigenen Tarifs sowie Vermittlungsentgelte sind nicht budgetfähig.
Grundlage: GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, verabschiedet im Juli 2026. Stand der Darstellung: . Einzelheiten der Abgrenzung von Mischtätigkeiten werden noch zwischen den Vertragsparteien geregelt; die Umsetzung im Haus passen wir daran an.
Die teuerste Lösung im Haus
Eine Pflegefachkraft, die Essen verteilt, Material holt, Betten schiebt oder Formulare ausfüllt, war schon immer teuer eingesetzt. Ab 2027 ist sie zusätzlich nicht mehr über das Pflegebudget refinanziert.
Damit wird aus einem Organisationsproblem ein Finanzierungsproblem – und aus einer Entlastungsfrage eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Beide Seiten zeigen in dieselbe Richtung: Pflegefachkräfte sollen pflegen.
Das Paradox
Der Gesetzgeber verlangt genau das, was Pflegende seit Jahren fordern. Erlebt wird die Reform dennoch als nächste Sparrunde. Ob daraus eine Chance oder ein Vertrauensbruch wird, entscheidet sich nicht im Gesetz, sondern an der Führung im Haus.
Was wäre, wenn die neue Finanzierung die Pflege am Bett tatsächlich stärkt?
Drei Ziele, keines auf Kosten der anderen
Wirtschaftlichkeit
Die Pflegepersonalkosten müssen im gedeckelten Budget bleiben. Was darüber liegt, zahlt das Haus. Was darunter liegt, senkt die Basis für das Folgejahr.
Gute Arbeitsbedingungen
Pflegende müssen entlastet, gebunden und für die Pflege am Bett freigespielt werden. Jede Kündigung kostet mehr als jede Maßnahme, die sie verhindert hätte.
Leistungsfähigkeit
Betten müssen belegbar bleiben. Wer die Pflegepersonaluntergrenzen unterschreitet, riskiert Vergütungsabschläge oder eine vereinbarte Reduzierung der Fallzahl (§ 137i SGB V, PpUGV).
Betten sind die Währung. Ein gesperrtes Bett kostet nicht nur den Erlös des einzelnen Falls. Es verschiebt das Leistungsspektrum, die Verweildauer und am Ende die Verhandlungsposition des ganzen Hauses.
Die Lage der Pflegenden
Wer Entlastung organisieren will, muss wissen, wie der Alltag erlebt wird. Die Zahlen sind seit Jahren stabil und sie sind der Grund, warum rein rechnerische Lösungen an der Station scheitern.
Hinzu kommen die Leistungsgruppen, steigende Prüfquoten des Medizinischen Dienstes und das operative Tagesgeschäft. Geschäftsführungen und Pflegedirektionen sollen all das gleichzeitig bewältigen – meist ohne zusätzliche Kapazität.
In der Krankenpflege
80 Prozent geben an, oft in Hetze zu arbeiten.
49 Prozent machen oft Abstriche bei der Qualität ihrer eigenen Arbeit.
Institut DGB-Index Gute Arbeit, Sonderauswertung „Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen“ (2018); veröffentlicht in Böckler Impuls 15/2018
Wo eine Kennzahl ihre Aussagekraft verliert
Der BETTFÄHIG-Faktor zeigt, was die Lage kostet. Warum sie so ist, zeigt erst die Arbeit mit den Teams.
Die meisten Häuser kennen ihre Fluktuationsrate in der Pflege, ihre Bettensperrungen und ihre Abschläge nach der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung. Kaum eines kennt die Summe. Der BETTFÄHIG-Faktor führt diese drei Größen zusammen und setzt sie ins Verhältnis zu den Erlösen aus allgemeinen Krankenhausleistungen.
BETTFÄHIG-Faktor = (Wiederbesetzungskosten Pflege + Erlösausfall durch pflegebedingt nicht belegbare Betten + PpUGV-Vergütungsabschläge) ÷ Erlöse aus allgemeinen Krankenhausleistungen
| Teilquote | Was einfließt | Quelle im Haus |
|---|---|---|
| Fluktuation | Austritte in der Pflege × Kosten je Wiederbesetzung, einschließlich Überbrückung durch Leiharbeit | Personalabteilung |
| Bettenausfall | pflegebedingt gesperrte Betttage × Erlös je Belegungstag | Medizincontrolling, Belegungsmanagement |
| Sanktionen | Vergütungsabschläge nach PpUGV im Jahr | Finanzen, Budgetverhandlung |
Die Tariflücke kommt dazu
Ab 2027 wirkt eine vierte Größe, die kein Haus beeinflussen kann. Tarifsteigerungen oberhalb des Veränderungswerts werden nur noch zur Hälfte refinanziert. Der nicht gedeckte Teil bleibt dauerhaft in der Kostenbasis und wächst jedes Jahr weiter.
Die Finanzierungslücke steigt damit auch dann, wenn sonst alles gleich bleibt.
Was die Kennzahl nicht zeigt
Der Faktor sagt, wie hoch der Preis ist, aber nicht, wodurch er entsteht. Dieselbe Quote kann aus Überlastung entstehen, aus ungeklärter Aufgabenverteilung, aus Konflikten an Schnittstellen oder aus fehlender Verlässlichkeit im Dienstplan. Jede Station hat ihre eigene Mischung.
An dieser Stelle verliert eine Kennzahl ihre Aussagekraft – und genau hier setzt BETTFÄHIG an: bei den Ursachen, gemeinsam mit den Menschen, die sie täglich erleben.
Unser Ziel: 2,5 Prozentpunkte pro Jahr
Die Tariflücke können wir nicht beseitigen. Wir können aber verhindern, dass hausgemachte Verluste sie zusätzlich vergrößern. Deshalb vereinbaren wir mit Ihnen ein Ziel: Durch bessere Aufgabenverteilung und geringere Fluktuation wächst Ihre Finanzierungslücke jedes Jahr um 2,5 Prozentpunkte langsamer als ohne Projekt.
Ausgangswert ist Ihr BETTFÄHIG-Faktor für 2026, den wir im Paket EINSTIEG gemeinsam mit Ihnen ermitteln.
Das ist eine Zielvereinbarung, keine Garantie. Sie gilt unter den Voraussetzungen des Programms und wird im Paket EINSTIEG auf die Ausgangslage Ihres Hauses geprüft.
Rechenbeispiel mit fiktiven Werten
Angenommen, ein Haus erzielt 100 Millionen Euro Erlöse aus allgemeinen Krankenhausleistungen, davon 25 Millionen Euro Pflegebudget. Dann sieht die Entwicklung so aus:
| Jahr | Finanzierungslücke ohne Projekt | davon Tariflücke | Index ohne Projekt | Index mit BETTFÄHIG |
|---|---|---|---|---|
| 2026 | 3,4 Mio. € | – | 100 | 100 |
| 2027 | 3,8 Mio. € | 0,3 Mio. € | 111 | 109 |
| 2028 | 4,2 Mio. € | 0,5 Mio. € | 123 | 118 |
| 2029 | 4,6 Mio. € | 0,8 Mio. € | 136 | 127 |
| 2030 | 5,1 Mio. € | 1,1 Mio. € | 149 | 136 |
Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, keine Werte eines realen Hauses. Annahmen: Tarifsteigerung 4 Prozent, Veränderungswert 2 Prozent, hälftige Refinanzierung der Differenz; beeinflussbare Verluste wachsen mit den Personalkosten. Zum Vergleich: 3,4 Prozent vom Umsatz sind mehr, als viele Häuser als Jahresergebnis ausweisen.
So wird gerechnet
- Erlöse aus allgemeinen Krankenhausleistungen umfassen DRG-Erlöse, Pflegebudget und Zusatzentgelte.
- Nur pflegebedingte Bettensperrungen zählen. Sperrungen aus baulichen, hygienischen oder ärztlichen Gründen bleiben außen vor.
- Eine vereinbarte Reduzierung der Fallzahl wird nur einmal gezählt, und zwar im Bettenausfall.
- Der Erlösausfall ist eine Obergrenze. Vorsichtiger lässt er sich über den Deckungsbeitrag rechnen.
- Das Ziel bedeutet: Der Index steigt jedes Jahr um 2,5 Prozentpunkte weniger als ohne Projekt. Die Wirkung muss allein aus dem beeinflussbaren Teil kommen; die Tariflücke wächst unabhängig davon.
Umsetzung statt weiterer Analyse
BETTFÄHIG bringt keine neue Erhebung ins Haus. Wir sichten, was schon da ist, und arbeiten dann mit denen, die die Abläufe täglich verantworten.
Was wir voraussetzen
- Fehlabläufe erkennen die Pflegenden selbst am besten. Wir machen sie in einem strukturierten, beteiligungsorientierten Format sichtbar – ohne Hierarchieeffekte.
- Gute Ideen der Teams, die bisher liegen geblieben sind, werden gesammelt, priorisiert und in die Praxis überführt.
Was dabei herauskommt
- Bereits nach dem ersten Modul liegen priorisierte Hindernisse und umsetzbare Maßnahmen mit Verantwortlichen und Terminen vor – kein Bericht für die Schublade.
- Pflegedirektion und Stationsleitungen führen den Prozess danach zunehmend eigenständig weiter.
BETTFÄHIG ist die auf das Pflegebudget zugeschnittene Anwendung meiner Beteiligungsarchitektur: Leitplanken der Geschäftsführung zuerst, Besetzung nach Prozesswissen statt Hierarchie, Entscheidung innerhalb von vier Wochen, Bilanz nach 90 Tagen. Gemessen wird die Realisierungsquote, nicht die Zahl der Empfehlungen.
Ihr Nutzen
- Ihre Finanzierungslücke wächst jedes Jahr um 2,5 Prozentpunkte langsamer, durch bessere Aufgabenverteilung und geringere Fluktuation
- Unterstützung bei der berufsgruppenübergreifenden Aufgabenverteilung, orientiert an den Vergütungslogiken
- Bestmögliches Navigieren zwischen belegbaren Betten, Personalbindung und geringerem Sanktionsrisiko nach PpUGV
- Planbare Pflegepersonalkosten für 2027 bis 2029
- Weniger pflegefremde Tätigkeiten und weniger Leiharbeit
- Bindung von Fachkräften durch spürbare Entlastung
- Entlastung von Geschäftsführung und Pflegedirektion bei Leistungsgruppen, MD-Prüfungen und Tagesgeschäft
Nutzen je Ebene
| Ebene | Was sich für sie ändert |
|---|---|
| Geschäftsführung | Planbare Personalkosten, geringeres Prüf-, Leasing- und Sanktionsrisiko, stabile Belegung |
| Pflegedirektion | Klare Rolle zwischen Entlastung und Kostengrenze, Verhandlungsstärke gegenüber Geschäftsführung, Controlling und Ärzteschaft |
| Stationsleitungen | Neues Rollenverständnis als Gestalterinnen und Gestalter der Arbeitsorganisation |
| Pflegeteams | Mehr Zeit für Pflege, verlässlichere Dienstpläne, echte Mitsprache |
| Mitarbeitervertretung | Transparenz und Mitbestimmung von Beginn an |
Ablauf in vier Phasen
- Klären und StartenMonat 1. Sichtung der vorhandenen Analysen statt neuer Gutachten. Vereinbarung mit der Geschäftsführung, was mit frei werdender Pflegekapazität geschieht. Einbindung der Mitarbeitervertretung. Erstes Modul mit den Teams: Fehlabläufe und Ideen sichtbar machen, priorisieren, in Maßnahmen mit Verantwortlichen übersetzen.
- GestaltenMonat 2 bis 4. Weitere Stationscluster, Umsetzung der ersten Maßnahmen, Neuordnung pflegefremder Tätigkeiten. Planspiel DECKEL: Leitungsrunde und Stationsleitungen erleben die neue Budgetlogik, bevor sie sie verantworten müssen.
- UmsetzenMonat 5 bis 10. Kernzeit-Quest auf den Stationen, Begleitung von Pflegedirektion und Stationsleitungen, stationsübergreifende Lernrunden. Erste Wirkungsmessung zu Budget, Besetzung, Belegbarkeit und zum Erleben der Pflegenden.
- VerankernMonat 11 und 12. Übergabe an interne Begleiterinnen und Begleiter, zweite Wirkungsmessung. Die Ablösung der pflegeentlastenden Mittel bis 2029 ist vorbereitet.
Gearbeitet wird beteiligungsorientiert, mit Planspiel und Gamification sowie der Methode 3D-Welten®. Wo die Lösung nicht in der Pflegeorganisation liegt, sondern im Zuschnitt von Belegung, OP und Dienstzeiten, greift das Krankenhaus-Organisationsdesign.
Drei Pakete
EINSTIEG
Sichtung vorhandener Analysen, Ermittlung Ihres BETTFÄHIG-Faktors für 2026, erstes Beteiligungsmodul mit Teams und Leitung, priorisierte Maßnahmen, Begleitung der Pflegedirektion.
Erste Wirkung im Haus – und zugleich die Entscheidungsgrundlage für den Ausbau.
HAUS
Alle Module: Beteiligungsworkshops in allen Stationsclustern, Planspiel DECKEL, Kernzeit-Quest, Begleitung von Pflegedirektion und Stationsleitungen, zwei Wirkungsmessungen.
VERBUND
Das Paket HAUS für mehrere Standorte, dazu eine standortübergreifende Leitungsrunde und die Befähigung interner Begleitung.
Umfang und Kosten werden je Projekt individuell ermittelt. Das Auftragsklärungsgespräch ist obligat und kostenfrei.
Voraussetzungen und Leitplanken
Was Ihr Haus mitbringen muss
- Die Geschäftsführung trägt das Programm sichtbar mit und benennt eine verantwortliche Person aus ihrem Kreis.
- Das Haus erkennt an, dass das Gesetz eine Anpassung der Pflegeorganisation erfordert und nicht nur der Budgetplanung.
- Leitung und Teams sind offen für neue Ideen, auch wenn diese eingeübte Abläufe infrage stellen.
- Die Leitung entscheidet zeitnah über die priorisierten Maßnahmen und stellt Zeit für die Mitwirkung bereit.
Gamification mit Leitplanken
Keine individuellen Bestenlisten. Keine Verknüpfung mit der Leistungsbeurteilung. Die Daten der Teams bleiben bei den Teams.
Wo eine Entscheidung bereits feststeht, ist Beteiligung das falsche Instrument. Wenn sich in der Auftragsklärung zeigt, dass der Stellenabbau intern längst beschlossen ist, sage ich ab oder begrenze den Auftrag – Beteiligung als Inszenierung beschädigt mehr, als sie einbringt.
3D-Welten® ist eine eingetragene Marke von Janek Panneitz (thinking without boxes). Die Durchführung erfolgt durch einen zertifizierten Facilitator.
So starten wir
- Kostenfreies Auftragsklärungsgespräch, in der Regel online
- Individuelles Angebot auf Basis der Auftragsklärung
- Start mit dem Paket EINSTIEG
Oder direkt: kentrup@medplus-kompetenz.de
